Kleine Bilddiagonale und trotzdem hoher Preis: Wie kommt das?

Wer einen Blick auf die wöchentliche Werbezettelwirtschaft der großen Elektronikmärkte blickt, kennt das erstaunliche Preisgefälle: Es gibt günstige TV-Geräte und besonders teure Gegenstücke, obwohl es in Sachen Bilddiagonale gar keinen Unterschied gibt.

Früher war die Bilddiagonale beim TV-Kauf nämlich das Maß aller Dinge. Entsprechend galt: Große Gerät kosten mehr, kleine Geräte weniger. Mittlerweile hat sich das Bild im wahrsten Sinne des Wortes deutlich gewandelt, wie beispielsweise der Vergleich zwischen dem Samsung UE46D7090 und dem Samsung UE46D5700 unter Beweis stellt.

Auch kleine Fernseher haben mittlerweile ihren Preis (Foto: Sony)

Auch kleine Fernseher haben mittlerweile ihren Preis (Foto: Sony)

Auf den ersten Blick handelt es sich hierbei um zwei ähnliche TV-Geräte ein- und desselben Herstellers. Beide weisen eine Bilddiagonale von 46 Zoll auf und beide kommen mit einem ausgefeilten, hochwertigen Design einher. Ein genauer Blick zeigt jedoch, dass der Teufel wie so oft im Detail steckt: Der Samsung UE46D7090 ist das Luxus-Fernseher mit 3D-Funktion und XXL-Ausstattung. Der Samsung UE46D5700 dagegen wird als Budget-TV im unteren Preissegment positioniert und spart sich dementsprechend viel technischen Schnörkel.

Der Samsung ue46d5700 (Quelle: Samsung)

Der Samsung ue46d5700 (Quelle: Samsung)

Einen großen, preisbestimmenden Unterschied gibt es bei der Bildqualität: Während das Premium-Gerät mit 800 Hz rechnet, dämmt der „Billigheimer“ Samsung UE46D5700 Bewegungsunschärfe nur mit 100 Hz ein. In der Praxis ist der Unterschied beim Abspielen schneller Bewegungsabläufe, wie sie beispielsweise bei einer Sport-Übertragung oder einem Actionfilm vorkommen, selbst einem ungeübten Auge schnell bewusst: So fließt das Bild mit 800 Hz butterweich, während bei 100 Hz leichte Zuckungen und Nachzieheffekte zu erkennen sind.

Auch bei Kontrast und Helligkeit – beides qualitätsbestimmende Bildausgabeparameter bei TV-Geräten – gibt es deutliche Unterschiede: Der Luxus-Fernseher Samsung UE46D7090 steuert die Helligkeit nicht einfach für das gesamte Panel, sondern lokal für einzelne Bereiche des Bilds. Der günstigere Samsung dagegen kennt nur eine Helligkeitseinstellung für das gesamte Bild – gerade bei HD-Spielkonsolen und Blu-ray-Playern merken Sie dadurch einen deutlichen Unterschied.

Der Samsung UE46D7090 (Quelle: Samsung)

Der Samsung UE46D7090 (Quelle: Samsung)

Schließlich variiert noch die Sonderausstattung der beiden Modelle enorm: Der Samsung UE46D7090 bietet unter anderem einen reichhaltigen Online-Modus, 3D-Wiedergabe sowie die Unterstützung von DLNA-Netzwerken. All‘ das ist bei dem Samsung UE46D5700 nicht an Bord.

Fazit: Die Bilddiagonale ist schon lange nicht mehr der größte preisbestimmende Faktor bei Flachbildfernsehern. Stattdessen zahlen Sie vor allem für Bildqualität und Ausstattung, denn die Technologien im TV-Bereich werden immer moderner und ausgefeilter.

Das bedeutet keinesfalls, dass günstigere Fernseher pauschal „schlecht“ oder zumindest „schlechter“ sind – sie legen einfach nur einen anderen Schwerpunkt bei ihrer Positionierung. Entsprechend erhalten Sie auch mit einem 100 Hz-Fernseher ein gutes, angemessenes Bild. Für höhere Heimkino-Ambitionen wiederum reicht dies nicht aus.

23.01.2012 | 12:00 Uhr

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